Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch

Seit 1995 ist es dem Eichenprozessionsspinner (lat.: Thaumetopoeaprocessionea), aufgrund der anhaltenden Klimaveränderung, gelungen im Gebiet der Bundesrepublik dauerhaft Fuß zu fassen. Während man in vielen Regionen Deutschlands noch nie etwas vom EPS gehört hat, ist er andernorts zu einer ernsthaften Plage geworden. Er bedroht nämlich nicht nur forstwirtschaftliche Baumbestände, sondern auch die Gesundheit der Bundesbürger. Zum einen ernährt er sich von den Blättern seiner Wirtsbäume (meist Eichen und Hainbuchen) und fügt ihnen dadurch erhebliche Schäden zu. Zum anderen verursachen die winzigen Brennhaare der EPS-Raupen bei Haut- oder Augenkontakt und beim Einatmen erhebliche allergische Reaktionen. Hautentzündungen, Fieber, Ãœbelkeit oder Asthmaanfälle können die Folge sein. Die Hautbeschwerden können dabei bis zu zwei Wochen anhalten.

Besonders problematisch ist die Tatsache, dass die Härchen der abgestreiften Raupenhülle auch nach der Häutung der Tiere ihre allergene Wirkung beibehalten, und zwar über Monate oder sogar Jahre. Dies macht den EPS zu einem ganzjährigen Problem.

Am stärksten betroffen vom EPS-Befall sind die Regionen um Baden-Württemberg, Nord Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz, sowie Brandenburg und Thüringen und der westliche Teil Nordrhein-Westfalens.

Erfolgreich bekämpfen kann man die Schädlingslarve am besten durch die Behandlung mit Bacillusthuringiensis (Bakterium aus der biologischen Schädlingsbekämpfung) und Diflubenzuron (Insektizid) während ihrer Fressphase von Mitte April bis Mitte Mai. Außerhalb dieses Zeitraums lässt man die Tiere am besten mechanisch durch spezielle Sauger entfernen oder man lässt ihre Nester mit Wasserglas verkleben. Dies neutralisiert die gefährlichen Brennhaare und die Population kann gefahrlos entfernt werden. Die hier beschriebenen Methoden sollten zu Ihrer eigenen Sicherheit ausschließlich vom Fachmann durchgeführt werden.


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